Erinnerung, Landschaft und Gastfreundschaft
Zwischen Florenz und Arezzo, im Herzen des Valdarno, durchziehen alte Straßen seit Jahrhunderten Hügel, Olivenhaine, Pfarrkirchen und kleine Dörfer. Diese Landschaft hat Heere und Kaufleute, Pilger und Bauern vorbeiziehen sehen, und sie trägt bis heute die Spuren dieses langen Kommens und Gehens.
Die Anwesenheit der Tempelritter in dieser Gegend ist urkundlich belegt: Im Mittelalter besaßen sie Häuser, Ländereien und Gebäude, die auch der Aufnahme von Reisenden dienten. Die Quellen nennen Templerniederlassungen in den Diözesen Florenz, Fiesole und Arezzo, entlang der wichtigen Handels- und Pilgerwege.

Der Kreuzungspunkt der Toskana
Das obere Valdarno — die Gemeinden Figline e Incisa Valdarno, Montevarchi, Reggello, San Giovanni Valdarno und Terranuova Bracciolini — war stets das Haupttor zum Herzen der Toskana. Seine Geschichte ist eine Geschichte der Straßen: Sie erklären, warum sich in diesen Hügeln über Jahrhunderte so unterschiedliche Menschen begegneten.
La Cassia Vetus
Schon zur Zeit der Etrusker führte eine wichtige Straße durch das Arnotal und verband Fiesole mit Arezzo: die Cassia Vetus. Sie verlief durch die Hügel am rechten Arnoufer und folgte in etwa dem Verlauf der heutigen Strada dei Setteponti, wo noch mittelalterliche Dörfer und alte romanische Pfarrkirchen stehen — nicht zuletzt die Pieve di Gropina.
La Cassia Adrianea
Im Jahr 123 n. Chr. wurde eine neue Straße eröffnet, die Cassia Adrianea, die das obere Valdarno von Chiusi nach Florenz am linken Flussufer durchquerte. Von ihr zeugen bis heute viele Bauten: die Badia a Ruoti im Valdambra, die romanische Brücke von Pogi, die Pfarrkirche San Giovanni Battista in Cavriglia, die Pieve di Casignano oberhalb von Castelnuovo dei Sabbioni und die Pieve di San Romolo in Gaville in den Hügeln von Figline.
La Via Vecchia Aretina
Im Mittelalter entstanden im Talgrund — auch dank der von Florenz gegründeten „Terre Nuove“ — Burgen, aus denen Städte wurden: Castel San Giovanni, heute San Giovanni Valdarno, und Castel Santa Maria, heute Terranuova Bracciolini, neben Figline Valdarno und Montevarchi. Um sie zu verbinden, entstand eine Hauptstraße, die Via Vecchia Aretina: die Vorläuferin der heutigen Staatsstraße 69, die das Valdarno noch immer von Florenz bis Arezzo durchzieht.
Ein altes Wort
Wo immer sie waren, nannten die Templer ihre Niederlassungen Komtureien — auf Italienisch magioni — und jede wurde von einem Komtur geführt, dem Präzeptor. Sie waren zugleich Landwirtschaftsbetriebe, Gebetsstätten und Rastplätze für Reisende.
Der Name
Kein Dokument belegt, dass in Loppiano je eine Templerkomturei stand. Doch die Lage des Ortes, seine alte landwirtschaftliche Bestimmung und die Nähe zu den mittelalterlichen Straßen machen es reizvoll, sich vorzustellen, dass auch diese Hügel von den Rittern und Reisenden des Tempels durchquert wurden.
Aus dieser Vorstellung entstand der Name La Magione di Loppiano. Er behauptet nicht, dass auf diesem Landgut historisch eine Templerkomturei bestand: Es ist ein sinnbildlicher Name für einen offenen, gastfreundlichen Ort, der mit der Erinnerung dieser Landschaft verbunden ist.

Das Projekt von Simone Musmeci
Simone Musmeci wählte diesen Namen für sein Landgut als Hommage an die Templertradition und an die Werte, für die sie steht: Disziplin, Achtung vor der Erde, Einfachheit, Arbeit und Gastfreundschaft.
Aus derselben Idee entstand Oro dei Templari, das Öl von den Hügeln um Loppiano: ein Öl, das von der Erde erzählen soll, von der Arbeit auf dem Feld und von dem Faden, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet.
Die Kirchen von Loppiano
Loppiano birgt Orte von großer Schönheit und Spiritualität. Dazu gehört die historische Pieve di San Vito, deren Ursprünge bis an den Anfang des 11. Jahrhunderts zurückreichen: eines der ältesten Zeugnisse der Gegend und einst ein wichtiger religiöser Bezugspunkt für die Menschen hier.
Neben dieser älteren Geschichte steht die moderne Wallfahrtskirche Maria Theotokos, 2004 eingeweiht und heute ein Ort der Begegnung, des Gebets und der Aufnahme.
Zwei sehr verschiedene Bauten, verbunden durch dieselbe Fähigkeit, die Geschichte und das Wesen von Loppiano zu erzählen.
